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09.08.10 | Aktuelle Situation an den Börsen (Stand: 09.08.2010) |
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Sehr geehrte Damen und Herren,
wir möchten Sie regelmäßig über die aktuellen Geschehnisse an den Börsen informieren. Zu diesem Zweck finden Sie hier täglich Informationen zum Marktgeschehen:
Montag, 09.08.2010
"Dax turnt nach oben
Die vagen Aussichten auf neue Maßnahmen zur Ankurbelung der US-Wirtschaft lassen den deutschen Aktienmarkt mit deutlichen Kursgewinnen in die neue Woche starten. Die Anleger steigen vor allem bei Industrietiteln und den Energieversorgen ein. Dort wirken allerdings ganz andere Spekulationen.
Nach den jüngsten Kursverlusten ist der Dax mit neuem Schwung in die Woche gestartet. Der deutsche Leitindex stieg 1,18 Prozent ins Plus auf 6333 Punkte. Am Freitag hatte ein überraschend starker Stellenabbau in den USA den Leitindex 1,2 Prozent tiefer schließen lassen. Der Nebenwerteindex MDax legte 1,13 Prozent zu auf 8679 Zähler. Der TecDax rückte 0,87 Prozent vor auf 776 Punkte.
Händler begründen den positiven Handelsstart mit der kräftigen Erholung der Wall Street kurz vor Handelsschluss am vergangenen Freitag. Nach den enttäuschenden Arbeitsmarktdaten waren Gerüchte aufgekommen, die US-Regierung werde noch vor den wichtigen Zwischenwahlen im November ein weiteres Konjunkturprogramm auflegen. "Investoren setzen auf die Fed", sagte ein Händler. Zwar sei es unwahrscheinlich, dass die US-Notenbank bereits auf der Sitzung am Dienstag und Mittwoch konkrete Maßnahmen für eine weitere Lockerung der Geldpolitik nennt. "Aber jegliche Andeutungen darauf hin werden positiv aufgenommen werden", war sich der Händler sicher. Über die langfristigen Auswirkungen einer neuen Runde des "Quantitative Easing" durch die US-Notenbank - also einer Fortsetzung der Krisenpolitik - bestünden berechtigte Zweifel. "Aber kurzfristig wird es dem Markt nochmals nach oben helfen", meinte der Händler. "Der Markt hätte nach dem schwachen US-Arbeitsmarktbericht eigentlich einen echten Ausverkauf erleben müssen. Dass dieser ausgeblieben ist, signalisiert deutlich die Erwartung weiterer Liquiditätsspritzen seitens der Fed", ergänzte ein anderer Händler.
In Deutschland gefragt waren die Werte der Energieversorger Eon und RWE. Die Aussicht auf einen Kompromiss im Streit um die Verlängerung der Laufzeiten für Kernkraftwerke habe jeweils für ein Kursplus von gut einem Prozent gesorgt, sagten Börsianer. Neben der möglichen Verlängerung der Laufzeiten hätten die Papiere Unterstützung von der anhaltenden Diskussion über Alternativen zur geplanten Brennelementsteuer erhalten. "Wie auch immer die Lösung für die AKW letztlich aussehen wird, der Versorgersektor sieht nach langer Durststrecke wieder interessant aus", meinte ein Händler. Die Aktien dürften charttechnisch betrachtet ihre Tiefs hinter sich haben und alle belasteten Nachrichten eingepreist sein.
Neben den Spekulationen auf zusätzliche Maßnahmen zur Stärkung der US-Wirtschaft wurden die Kurse der Zykliker Beobachtern zufolge auch von der Nachricht gestützt, dass China in einigen Branchen seiner Industrie die Kapazitäten kappen will. "Damit würde sich das Überangebot verringern, was positiv für die Preise wäre", sagte ein Händler. Peking hatte angeordnet, dass unter anderem die energieintensiven Unternehmen aus der Zement- und Stahlindustrie einen Gang zurückschalten. Vor diesem Hintergrund stiegen ThyssenKrupp um 1,6 Prozent, HeidelbergCement verteuerten sich um 0,8 Prozent. Für MAN ging es um 2,2 Prozent nach oben. Die Aktien markierten damit die Spitze des Dax. Siemens folgten MAN gut zwei Prozent ins Plus.
Eine Kaufempfehlung durch die Analysten der Deutschen Bank verschaffte Bauer die Spitzenposition im MDax. Die Aktien des Tiefbau-Spezialisten stiegen zur Eröffnung um 5,5 Prozent auf ein Dreieinhalb-Monats-Hoch von 34,30 Euro. Er rechne für das zweite Quartal mit einem 70-prozentigen Plus beim Auftragseingang, schrieb Matthias Pfeifenberger in einer Studie. Bei den Margen erwarte er einen Anstieg auf mehr als zwölf Prozent. Außerdem sei die Aktie im Branchenvergleich unterbewertet. Er stufte Bauer-Titel auf "Buy" von "Hold" hoch und erhöhte das Kursziel auf 38 von 31 Euro.
Ein Quartalsergebnis über den Markterwartungen und eine angehobene Prognose beflügelten dagegen QSC. Die Aktien des Internet-Anbieters legten um 5,5 Prozent zu und waren damit Spitzenreiter im TecDax.
Konjunkturdaten aus Deutschland hellten die Stimmung zusätzlich auf: Das boomende Auslandsgeschäft hat der deutschen Industrie im ersten Halbjahr zu einem Umsatzsprung verholfen. Die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes nahmen von Januar bis Juni preisbereinigt (real) 9,9 Prozent mehr ein als im Vorjahreszeitraum, teilte das Statistische Bundesamt mit. Während der Auslandsumsatz um 15,0 Prozent stieg, zog das Geschäft auf dem Heimatmarkt lediglich um 5,7 Prozent an. Im Krisenjahr 2009 war der Umsatz um 17,3 Prozent eingebrochen.
Im Juni zeigte die Tendenz allerdings leicht nach unten. Verglichen mit dem Vormonat gab es ein Umsatzminus von 0,3 Prozent. Während die Autoindustrie 2,4 Prozent weniger einnahm als im Mai, büßten die Maschinenbauer 0,7 Prozent ein. Die Chemieindustrie meldete dagegen ein Plus von 0,5 Prozent."
Wir möchten Sie an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die hier zur Verfügung gestellten Meldungen lediglich zu Informationszwecken dienen und nicht als Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder zum Halten von Wertpapieren angesehen werden dürfen. Wir hoffen, Ihnen hiermit behilflich gewesen zu sein. Bei Rückfragen stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.
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