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  25.06.10 | J.P. Morgan AM: Afrika – Eine Anlageregion rückt in den Fokus
J.P. Morgan AM: Afrika – Eine Anlageregion rückt in den Fokus


Die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika stärkt das Selbstbewusstsein des gesamten afrikanischen Kontinents. Und auch als Anlageregion kann Afrika zunehmend überzeugen. „Die Region bietet weltweit mit die dynamischsten Wachstumschancen, ist aber von Investoren noch kaum erschlossen. Dabei besteht aktuell die Möglichkeit, an der Entwicklung vom Entwicklungs- zum Schwellenmarkt teilzuhaben“, unterstreicht Sonal Pandit, Fondsmanagerin des JPM Africa Equity Fund und langjährige Kennerin des Kontinents.



Die Austragung der WM belegt ihrer Meinung nach die Stabilität Südfrikas und zeigt eindrücklich, wie gut sich die Region von der globalen Rezession erholt hat. Ihr besonderes Anliegen ist dabei, den Anlegern zu vermitteln, dass der Kontinent über Südafrika hinaus sehr interessante Chancen bietet. „In den vergangenen Jahren sind dank weitreichender politischer und wirtschaftlicher Reformen in vielen afrikanischen Staaten große Fortschritte erzielt worden. Dies ist die Basis für weitere positive Entwicklungen“, so die Expertin. So sei beispielsweise Ghana nicht nur das bisher einzige Land des Kontinents, das die aktuelle WM-Vorrunde überstanden hat, sondern auch ein beeindruckendes Beispiel für die rasante Dynamik der so genannten Sub-Sahara Region.



Rohstoffreichtum als Rückenwind

Grundlage des Aufschwungs ist Afrikas Rohstoffreichtum. Rohstoffhungrige Schwellenländer wie China und Indien bauen intensive Beziehungen in Afrika auf und sind sogar zu Infrastrukturinvestitionen bereit, die eine weitere Wachstumsphase des Kontinents ermöglichen. „Wer an das Wachstumspotenzial Chinas glaubt, für den könnte auch Afrika als einer der Hauptnutznießer ein interessantes Investment sein“, so Pandit.

Afrika hat jedoch weitaus mehr zu bieten hat als Bodenschätze. Dienstleistungen spielen beispielsweise eine immer stärkere Rolle; so findet Pandit immer mehr interessante Anlagegelegenheiten in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Telekommunikation oder Mobilfunk.



Starkes Wachstum von innen

Die Expertin erläutert, dass die Binnennachfrage die Region zunehmend an Bedeutung gewinnt. Den Prognosen der UNO zufolge wird das afrikanische Bevölkerungswachstum bis 2015 mit einer Rate von 2,2 Prozent weltweit das höchste sein. So werden in Afrika zukünftig mehr Jugendliche leben als auf jedem anderen Kontinent. Das kräftige volkswirtschaftliche Wachstum und das steigende Pro-Kopf-Einkommen lassen eine neue, junge Mittelschicht entstehen.



Mit dem Einkommen steigt der Konsum, und es entstehen ständig neue Chancen im Einzelhandel und Finanzwesen: „Junge und konsumfreudige Afrikaner interessieren sich für dieselben Güter und Dienstleistungen, die rund um den Globus populär sind. In den entwickelten Märkten und in einigen Schwellenländern ist bereits der Zenit überschritten, doch die Nachfrage in Afrika boomt“, schwärmt Pandit. So wuchs die Zahl der Mobilfunkkunden (auf Basis der genutzten SIM-Karten) in Nigeria von unter 500.000 im Jahr 1999 auf aktuell über 36 Millionen. Und bei einer Bevölkerung von fast 150 Millionen ist kein baldiges Ende dieser Entwicklung absehbar.



Punkten mit kreativen Lösungen

Kreative Lösungen und Konsumtrends lassen sich in ganz Afrika beobachten, beispielsweise um der schwachen Durchdringung mit Bankdienstleistungen auf dem Kontinent entgegenzuwirken. Der Kontinent hat einen enormen Nachholbedarf – weniger als zehn Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu einem Bankkonto. In Kenia hat deshalb Safaricom einen landesweiten Mobile-Banking-Dienst entwickelt und eingeführt, über den Anwender Geldüberweisungen via SMS tätigen können. Für die Nutzung dieses Services ist kein Bankkonto erforderlich. „Diese Art von Kreativität und Innovation ist ein wichtiger Aspekt für die weitere Entwicklung des Kontinents“, so Pandit



In zukünftiges Wachstum investieren

Viele der Regierungen in Afrika arbeiten derzeit daran, die chronischen Infrastrukturengpässe zu beheben. Zwei Bereiche stehen dabei im Mittelpunkt: Die wachsende Bevölkerung macht massive Investitionen in Bewässerung, Straßen, Wohnungen, Stromerzeugung und -verteilung sowie Abfallentsorgung nötig. Damit Unternehmen lokal und international konkurrieren und die wachsende Exportnachfrage weiter befriedigen können, gilt es zudem, die Infrastruktur hierfür auszubauen und die Produktions- und Transportkosten zu senken. „Eine verbesserte Infrastruktur könnte neben der Stützung des Bevölkerungswachstums dazu beitragen, dass sich Afrikas Volkswirtschaften diversifizieren und neue Produkte auf dem Weltmarkt verkaufen können“, erläutert Pandit.



Risikotoleranz ein Muss

Investitionen in Afrika erfordern nach wie vor ein gewisses Maß an Risikotoleranz: Da die Märkte häufig ineffizient, intransparent und für externe Investoren schwer zugänglich sind, ist die einfachste Methode, sich diese Region über Fonds zu erschließen. Allerdings sollte laut Pandit die Anlage alle Chancen des Kontinents wahrnehmen: „Der MSCI Emerging Frontier Markets Africa Index gewichtet Südafrika mit 85 Prozent. Das Land am Kap ist aber bereits verhältnismäßig weit entwickelt und bietet daher weniger Dynamik als beispielsweise stark wachsende Staaten wie Nigeria, Kenia oder Ägypten. Wer sehr indexnah investiert, erschließt sich demnach nur einen Teil der Möglichkeiten, die der Kontinent bietet“, so die Expertin.



Dagegen kann ein aktiver Fondsmanager die attraktivsten Gelegenheiten in ganz Afrika ausnutzen. Sonal Pandit beispielsweise erwartet gerade von den Sub-Sahara-Staaten über die kommenden Jahre hinweg eine starke volkswirtschaftliche Entwicklung. Die aussichtsreichsten Unternehmen findet sie dank der Unterstützung durch lokales Research von spezialisierten Analystenteams.



Ihr Fazit: „Die strukturellen Entwicklungen sollten das Wachstum auf dem afrikanischen Kontinent weiter fördern. Die Verbesserungen in der Wirtschaftspolitik dürften in Verbindung mit den hohen Rohstoffpreisen und der günstigen demografischen Entwicklung dafür sorgen, dass die Wachstumsraten weiterhin überdurchschnittlich bleiben. Darüber hinaus profitieren viele lokale Unternehmen von einer wachsenden Binnennachfrage. Heute lassen sich in Teilen Afrikas die gleichen fundamentalen Entwicklungen beobachten, die sich in den 1980er und 1990er Jahren in den derzeitigen Schwellenländern vollzogen: Wir zählen Afrika daher – bei aller Vorsicht – weiterhin zu den Regionen mit den größten Chancen für die nächsten Jahre.“



Hintergrundinfos zu Solal Pandit

Sonal Pandit hat als Fondsmanagerin des JPM Africa Equity Fund eine breite Expertise in Afrika und verwaltete sämtliche Middle East und Afrika-Portfolien für J.P. Morgan Asset Management. Zuvor war sie als Länderspezialistin für Südafrika tätig. Durch die breite Expertise vor Ort soll das absolute Risiko einer Investition in afrikanische Unternehmen reduziert werden.



Hauseigener Fonds

JPMorgan Funds – Africa Equity Fund

Fondsmanager: Sonal Pandit, Oleg Biryulyov

Benchmark: MSCI Emerging and Frontier Markets Africa Index

Auflegungsdatum: 14. Mai 2008

ISIN A (acc) – USD: LU0355584466

ISIN A (acc) – USD: A0NH54

Fondsvolumen (22.6.2010): 178,5 Millionen US-Dollar

Quelle: FONDS professionell



 
 

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